Das Georgium
Letztes Update: 01.05.2019
Das Schloss mit dem dazugehörigen Park wurde ab 1780 von Prinz Johann Georg von Anhalt-Dessau (1748-1811) errichtet und nach ihm benannt. Mitstreiter war unter anderem der Baumeister Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff.
Das Schloss Georgium beherbergt heute die Anhaltische Gemäldegalerie. Dort sind altdeutsche und niederländische Gemälde zu sehen, sowie Originalgrafiken von Albrecht Dürer und Lucas Cranach dem Älteren ausgestellt.
Das Schloss Georgium befindet sich im Landschaftspark Georgium welcher Bestandteil des Beckerbruchs ist.
 
Schloss Georgium
 
Ruinenbrücke
Ruinenbrücke, Becker Bruch
 
Historische Entwicklung Georgium, Georgengarten und Beckerbruch
Quelle: Gartenträume, Land Sachsen - Anhalt

Die Geschichte des Georgengartens beginnt mit zwei vorhandenen Alleen, der Georgenallee und der Querallee, die in erste Planungen Eingang finden. Sie sind zusammen mit Flächenkäufen für das Jahr 1770 belegt.
Johann Georg von Anhalt, jüngerer Bruder des Fürsten Leopold Friedrich Franz III, quittiert 1779 den Dienst als preußischer Offizier, 1780 beauftragt er Johann Georg Schoch d. J., den begabten Sohn des in Wörlitz tätigen Gärtners. Noch im gleichen Jahr beginnen die ersten Ausführungsarbeiten. Es entstehen die ersten Gebäude, das Landhaus, das Küchengebäude, das Blumengartenhaus und der Ionische Tempel. Aus weiteren Entwürfen lassen sich Gartenerweiterungen erkennen, die 1786 die Orangerie im Süden ausweisen und im Norden bis zum Teich am Vasenhaus reichen.
Nachdem 1786 ein Elbehochwasser die nördlichen Gartenteile überflutete, wurde ein Hochwasserschutzwall im Beckerbruch errichtet, der die gestalterische Einbeziehung dieses Bereiches ermöglichte.
 
Gedenkstein für Johann Georg von Anhalt, Gründer des Georgium
 
Von den nördlich gelegenen Gestaltungen wird erst 1796 in einer Beschreibung August Rodes berichtet. Die wichtigsten Bauwerke hier sind der Elbpavillon und die Wallwitzburg. Sie bilden eigene kleine Gestaltungszentren in ihren Teilbereichen und sind zugleich Ausgangspunkt und Ziel zahlreicher Sichtbeziehungen, die auch im Sinne der optischen Verknüpfung der Anlagen untereinander wirksam werden.
Die Gestalter des Georgiums, geprägt von Reisen nach England und Italien und ersten Erfahrungen in Wörlitz, schufen einen Park im englischen Stil, der ebenso wie die Wörlitzer Anlagen für jedermann zugänglich war. Wie dort sollten Bauwerke, Brücken, Tore, Sitze, Skulpturen usw. nach ihrem meist antiken Vorbild geschmacksbildend wirken.
Denkmal für Leopold Friedrich Franz III. - von seinem Bruder Johann Georg von Anhalt
 
Am Ende des 19. Jahrhunderts entstand angrenzend an den Georgengarten das Mausoleum einschließlich eines Mausoleumgartens, der seit 1958 als Tierpark genutzt wird.
Mit der Industrialisierung wuchs die Stadt an den Garten heran, die fließenden Übergänge in die Landschaft gingen mehr und mehr verloren. Auch innerhalb der Anlagen gibt es Eingriffe, so wird z. B. nach 1924 ein streng geometrisches Wasserbecken in den südlichen Beckerbruch eingebaut.
Während und nach dem zweiten Weltkrieg werden mehrere Parkbauten zerstört.
Seit 1959 ist die Anhaltische Gemäldegalerie im Georgium untergebracht.
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