Herz Jesu Kirche Roßlau
Letztes Update: 01.05.2019
Nach dem Tod des letzten Zerbster Fürsten, Friedrich August, im Jahre 1793 ist in Roßlau kein katholischer Gottesdienst bis zum 28. Oktober 1906 nachweisbar.

1913 zählt die inzwischen gegründete katholische Gemeinde 380 Mitglieder. Dieser Anstieg ist wohl ausschließlich auf die in Roßlau einsetzende Industrialisierung zurückzuführen.
Es entstanden Arbeitsplätze, die von Zuziehenden aus katholischen Gebieten Deutschlands besetzt wurden.

1906 hat der damalige Pfarrer von Dessau, der spätere Weihbischof von Paderborn, Heinrich Hähling von Lanzenau, beim Gastwirt "Zum Bären" in Roßlau, zwei Zimmer gemietet und eine katholische Privatschule eingerichtet.
Ab dem 28. Oktober 1906 fand dort regelmäßig an allen Sonn- und Feiertagen ein katholischer Gottesdienst statt. Zelebrant war zunächst der Vikar oder der Pfarrer der Pfarrei Peter und Paul Dessau.
Nach der Gründung der Gemeinde in Dessau-Alten im Mai 1907 übernahm der Seelsorger dieser Filialgemeinde, Lokalvikar Friedrich Beulke, diesen Dienst.
Die katholische Schule wurde am 01. Oktober 1938 zwangsweise durch die Nationalsozialisten aufgelöst.

1916 wurde Vikar Beulke zum Heeresdienst einberufen, aber noch im gleichen Jahr reklamiert, da ihm der Bischof die Pfarrei in Bitterfeld verliehen hat.
Die Gemeinde hieß ab 1916 "Alten-Roßlau"; und vom 01. Oktober 1923 bis zum 31. Dezember 1948 "Dessau-Alten-Roßlau".

1912 konnte aus Mitteln des Bonifatiusvereines für den Bau eines Missionshauses ein 2400 m² großes Gelände für 13.000,- Mark erworben werden. Der bald danach ausgebrochene 1. Weltkrieg machte die Pläne zum Bau eines Missionshauses zunichte. Die Mittel für einen Kirchbau, in Höhe von rund 30.000,- Mark waren infolge der Inflation total verfallen.

1926 konnte Dank des unermesslichen Einsatzes des Pfarrvikars Heinrich Morsbach, eine Schule mit Wohnung für einen Lehrer und einen Hausmeister, sowie eine Kirche im Stiel des Neobarock gebaut werden.
Die Seelsorge in Roßlau erfolgte aber bis 1937 weiterhin durch den Geistlichen von Dessau-Alten. Infolge diverser zusätzliche Aufgaben und Anforderungen an die Seelsorge vor Ort wurde vom bischöflichen Ordinariat Paderborn ein zusätzlicher Priester nach Roßlau entsandt. Vikar Arnold Leßmann nahm im April 1937 seinen Dienst auf.
Am 29. November 1937 traf der Nachfolger von Vikar Leßmann in Roßlau ein. Kirchen- und Vermögensrechtlich blieb Roßlau aber weiterhin mit Dessau-Alten verbunden.
Erst im November 1948 wurde Roßlau zu einer eigenständigen Gemeinde mit eigener Vermögensverwaltung erhoben.
Die Gemeinde umfasst die Stadt Roßlau, die Orte Bräsen, Brambach, Grochewitz, Hundeluft, Jeber-Bergfrieden, Krakau, Luko, Meinsdorf, Mühlsdorf, Natho, Neeken, Ragösen, Rietzmeck, Rodleben, Serno, Stakelitz, Streetz, Tornau, Weiden und Wertlau.

Mit Datum vom 01. April 1951 wird Roßlau zur Pfarrei erhoben. Der seit 1937 ansässige Vikar Leo Selbach wurde auch der erste Pfarrer von Roßlau.

Pfarrer Leo Seelbach folgten Pfarrer Dr. Meinolf Habitzky, 1986 Pfarrer Friedrich Endt und 2006 Pfarrer Hartmut Neuhaus

 
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